Der Internationale Währungsfonds hat kurzfristig die Nominierung von Ricardo Reis für den Posten des Chefökonomen zurückgezogen, nachdem er von der Kritik des portugiesischen Akademikers an Donald Trumps Zollpolitik erfahren hatte. Der IWF bereitete sich darauf vor, die Nominierung des Professors an der London School of Economics Anfang des Sommers bekannt zu geben.
Ricardo Reis hatte nach der Ankündigung der Zölle zum „Tag der Befreiung" im April gewarnt, dass die Maßnahmen die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten unter Druck setzen und eine neue Inflationswelle auslösen würden. In einer späteren Stellungnahme wiederholte er, dass die Zölle die Preise in die Höhe treiben und die nordamerikanische Produktion „schwieriger, teurer und ineffizienter" machen würden.
Im Juli nominierte der IWF dann Silvana Tenreyro, ehemalige Verantwortliche der Bank von England und ebenfalls Professorin an der LSE, für den Posten. Die Wahl fiel auf eine Ökonomin, die, wie Reis, der Ansicht ist, dass die Zölle das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen, obwohl sie, laut den vom Financial Times zitierten Quellen, weniger lautstark in ihrer Kritik an der Trump-Administration gewesen war.
Der IWF lehnte es ab, das Auswahlverfahren zu kommentieren, und berief sich dabei auf die Vertraulichkeit der Kandidaten. Ricardo Reis wollte die Nachricht ebenfalls nicht kommentieren.




