Das nordamerikanische Verteidigungs-Start-up Covenant wird Anfang 2027 die Massenproduktion von kostengünstigen Marschflugkörpern in Deutschland aufnehmen, konkret in Sachsen im Osten des Landes. Das Unternehmen erwartet zunächst eine Produktion von tausend Anthem-Flugkörpern pro Jahr und will die Kapazität bis 2028 auf fünftausend Einheiten steigern. Die Lieferkette für die deutsche Fabrik ist im Wesentlichen europäisch, mit weniger als 5 % der Materialien, die von außerhalb Europas stammen.
Das Unternehmen hat bereits einen Vertrag für den Anthem in Europa gesichert und verhandelt mit weiteren potenziellen Kunden, deren Länder nicht genannt wurden. Die ersten Lieferungen des bodengestützten Flugkörpers sind für Anfang 2027 geplant. Der Stückpreis dürfte im Bereich von mehreren Hunderttausend Dollar liegen und damit eine günstigere Alternative zu Systemen wie dem Tomahawk des US-Unternehmens Raytheon darstellen.
Covenant entwickelt auch eine maritime Version des Anthem mit einer Nutzlast von über 200 Kilogramm, die für die Bekämpfung von Land- und Seezielen bestimmt ist. Der CEO des Unternehmens, Michael Kaufman, ist der Ansicht, dass Europa Zehntausende von Langstreckenflugkörpern benötigen wird, um einen Gegner mit einem großen Territorium abzuschrecken oder zu bekämpfen, in einem Kontext wachsender russischer Bedrohungen gegen Länder des europäischen Blocks.
Im Juli drängte Deutschland die Vereinigten Staaten, die Produktion von US-Waffen auf deutschem Boden zu erlauben, um Abschreckungslücken zu schließen, die Washington bei einer Überprüfung seines Engagements für das nordatlantische Bündnis NATO hinterlassen könnte.



