Das Zentrum für seismovulkanische Information und Überwachung der Azoren (CIVISA) hat die Alarmstufe am Vulkan Furnas auf V1 angehoben, was einem vulkanischen System in einer metastabilen Gleichgewichtsphase mit schwacher Aktivität entspricht. Die Anhebung in der Überwachungsskala wurde nach einem Anstieg der seismischen Aktivität in der Gemeinde Povoação beschlossen.
Die Zunahme der Seismizität begann am Dienstagmorgen mit Ereignissen niedriger Magnitude. Das stärkste Beben ereignete sich um 16:41 Uhr (Ortszeit) mit einer Magnitude von 2,9 auf der Richterskala und einem Epizentrum etwa vier Kilometer west-südwestlich von Furnas. Trotz der niedrigen Magnitude wurde das Hauptbeben mit einer maximalen Intensität V auf der modifizierten Mercalli-Skala in der Gemeinde Furnas spürbar, was als starke Vibration eingestuft wird, die das Schwingen von Türen, Bildern und Rollläden sowie das Überschwappen von Flüssigkeiten in Behältern verursachen kann.
Die Alarmstufe V1 gilt zunächst für einen Zeitraum von acht Tagen, sofern die Entwicklung des seismovulkanischen Systems keine neue Aktualisierung erfordert. Die in den Azoren verwendete Überwachungsskala umfasst acht Stufen, die von V0 (Ruhephase oder normale Aktivität) bis V7 (laufende Eruption mit megakolossaler Explosivität) reichen.
Die Reaktivierung des Vulkans Furnas erfolgt vor dem Hintergrund einer international intensiven Vulkanaktivität in den ersten Septembertagen. In Südostasien brach der Vulkan Anak Krakatau in Indonesien heftig aus, wobei eine Aschesäule aufstieg und mehrere Flughäfen vorübergehend geschlossen werden mussten. Auch der Semeru auf Java und der Sinabung auf Sumatra wiesen gewaltsame Reaktivierungen auf, die präventive Evakuierungen von Hunderten von Anwohnern erforderlich machten.




