Lange Zeit wurde Psychologie vor allem mit psychischer Erkrankung in Verbindung gebracht, wobei Menschen erst dann Hilfe suchten, wenn das Leid bereits intensiv war. Diese Realität hat sich jedoch verändert, wie der Artikel von Helena Paixão, Klinische Psychologin, anlässlich des nationalen Tages der Psychologen/innen zeigt.
Der Artikel betont, dass psychische Gesundheit nicht nur das Fehlen einer psychischen Störung ist, sondern auch die Fähigkeit, mit Herausforderungen umzugehen, gesunde Beziehungen aufzubauen und Sinn im Leben zu finden. Eine der größten Veränderungen der letzten Jahre war die zunehmende Nachfrage nach Psychologie im Sinne persönlicher Entwicklung und Prävention, wie man körperliches Training betreibt, um die Gesundheit des Körpers zu pflegen.
Psychologen/innen sind in vielen Bereichen der Gesellschaft tätig, nicht nur im klinischen Kontext: in Schulen, Unternehmen, Krankenhäusern, im Sport, bei den Sicherheitskräften, in der Gemeinschaftsarbeit, in der wissenschaftlichen Forschung und in der öffentlichen Politik. Der Artikel warnt auch vor den neuen Herausforderungen der psychischen Gesundheit, wie Hyperkonnektivität, Angstzustände, Burnout, Einsamkeit und emotionale Überlastung, die aus einer Kultur resultieren, die Schnelligkeit, Produktivität und ständige Verfügbarkeit valorisiert.
Helena Paixão vertritt die Ansicht, dass die Pflege der psychischen Gesundheit kein Luxus und kein Zeichen von Schwäche ist, sondern eine entscheidende Dimension von Gesundheit und Lebensqualität. Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass Psychologie in einer Welt, die ständig dazu anregt, mehr zu tun, daran erinnert, dass wir, bevor wir Fachleute, Eltern oder Betreuende sind, menschliche Wesen sind und dass das Wohlbefinden aus der Fähigkeit entsteht, bewusster, ausgeglichener und menschlicher mit uns selbst umzugehen.




