Der Misstrauensantrag gegen die XXV. Verfassungsregierung wurde am 8. September 2026 im Plenum der Versammlung der Republik in Lissabon zur Debatte und Abstimmung vorgelegt. Die Initiative wurde von der Partei Chega eingebracht, als Reaktion auf die politische Krise um den Minister für Innere Verwaltung, Luís Neves. Die Antragsteller beabsichtigen, den Rücktritt der von Luís Montenegro geführten Regierung zu erzwingen und den Weg für vorgezogene Parlamentswahlen zu ebnen, wobei sie die Integrität der Innenpolitik und das Verbleiben des Ministers direkt in Frage stellen.
Das Ergebnis des Misstrauensantrags erscheint durch die Positionierung der übrigen politischen Kräfte vorbestimmt. Die Fraktionen von PSD und CDS-Partido Popular, die die Regierung stützen, wiesen den Text kategorisch zurück und betrachteten ihn als „nutzlose Übung" und „politisches Rauschen". Die Sozialistische Partei schloss ebenfalls eine Zustimmung aus, äußerte jedoch „erhebliche Vorbehalte und Forderungen nach Aufklärung" hinsichtlich des Regierungsverhaltens in diesem Ressort. Die Iniciativa Liberal, der Linksblock, die Portugiesische Kommunistische Partei, Livre und PAN grenzten sich ebenfalls von dem Vorhaben ab und verwiesen auf Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Motivation und des von den Antragstellern vorgeschlagenen Modells.
Im portugiesischen Verfassungsrahmen erfordert ein Misstrauensantrag eine absolute Mehrheit von 116 Stimmen bei 230 Abgeordneten, um angenommen zu werden. Wird er angenommen, wird der Premierminister vom Präsidenten der Republik entlassen und ein Szenario der Parlamentsauflösung eröffnet. Wird er abgelehnt, ist es den Unterzeichnern untersagt, in derselben Legislaturperiode einen weiteren Antrag vorzulegen. Umgekehrt ist der Vertrauensantrag ein ausschließliches Recht der Regierung und erfordert nur eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen.
Im Zentrum der Debatte steht Luís Neves, der ehemalige Nationale Direktor der Kriminalpolizei, der im Februar das Ministerium für Innere Verwaltung übernahm. Entscheidungen zur sektoralen Umstrukturierung, Kommandostrukturen und jüngste operative Kontroversen brachten den Minister unter intensiven scrutiny der Opposition. Luís Neves verteidigt die Rechtmäßigkeit der Verfahren und die Fortführung seiner öffentlichen Aufgabe, während die Antragsteller sein Verbleiben für untragbar halten. Angesichts der Initiative bekräftigte Luís Montenegro sein öffentliches Vertrauen in den Ressortleiter und bezeichnete die Aktion als künstlichen Versuch, mediale Aufmerksamkeit zu nutzen.




