Die traditionelle Rechte hat den Kapitalismus immer als ihre zentrale Ideologie verteidigt, aber diese Position verändert sich. Die extreme Rechte hat eine neue Strategie entdeckt, die es ihr ermöglicht, den Kapitalismus zu kritisieren, ohne tatsächlich ihre grundlegenden Prinzipien aufzugeben.
Was auf dem Spiel steht, ist nicht mehr die alte Dichotomie zwischen Staat und Markt, zwischen staatlicher Intervention und freiem Unternehmertum. Diese binäre Wahl gehört zu einer alten politischen Debatte, die die zeitgenössische extreme Rechte als überholt betrachtet.
Die eigentliche Frage, die die extreme Rechte jetzt stellt, ist eine andere: Es geht darum zu wissen, wer den Staat kontrolliert und für wen der Markt funktioniert. Das heißt, anstatt den Kapitalismus abzulehnen, geht es darum zu bestimmen, wer vom bestehenden Wirtschaftssystem profitiert.
Dieser Ansatz ermöglicht es der extremen Rechten, sich als systemkritisch zu präsentieren, ohne ihre kapitalistische Essenz zu verändern, und verbindet anti-establishment-Rhetorik mit marktfreundlichen Politiken, solange diese ihren Interessen und den Interessen ihrer Unterstützer dienen.




