Die australische Journalistin Anna Funder gab ein Zoom-Interview, in dem sie das Gewicht der Vergangenheit auf der östlichen Hälfte Deutschlands analysiert. Funder studierte in Westberlin vor dem Fall der Berliner Mauer und untersuchte anschließend eingehend das Erbe der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR).
Laut Funder fühlen sich die Deutschen der ehemaligen DDR von der rechtsextremen Ideologie angezogen, weil sie sich ungerecht behandelt fühlen. Dieses Phänomen spiegelt sich in den Wahlergebnissen wider, wie am Sonntag in Sachsen-Anhalt zu sehen war, wo die AfD zunehmend bessere Ergebnisse erzielt.
Funders Buch „Stasiland", ursprünglich 2003 veröffentlicht und nun in einer neuen portugiesischen Ausgabe des Verlags Corvo-Marinho erhältlich, gewinnt somit an neuer Aktualität. Das Werk befasst sich genau mit dem Erbe der ehemaligen DDR und seinen Konsequenzen für die zeitgenössische deutsche Gesellschaft.
Das Zoom-Interview mit der australischen Journalistin findet in diesem Kontext des wachsenden Zuspruchs der extremen Rechten in Ostdeutschland statt, wo die Vergangenheit Ostdeutschlands weiterhin das aktuelle politische Verhalten der Bevölkerung beeinflusst.



