Papst Leo XIV rief heute die Katholiken auf, das Engagement der Vergebung zu übernehmen und Verleumdungen durch die Praxis der gemeinschaftlichen geschwisterlichen Zurechtweisung abzulehnen. Der Appell erfolgte vom Fenster des Apostolischen Palastes im Vatikan aus, vor dem Angelus-Gebet, vor den Pilgern, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten.
Der Pontifex warnte davor, dass Beschwerden und Verleumdungen leichter seien, aber nichts bewirken und viele Situationen lähmen, und betonte, dass das Evangelium zur Freiheit in der Nächstenliebe erzieht. Leo XIV hob hervor, dass das Evangelium lehrt, den Erlass der Schulden zu praktizieren, wobei er von einer Schuld der gegenseitigen Liebe sprach und die Bedeutung der geschwisterlichen Zurechtweisung betonte.
Der Papst wies auf einen schrittweisen Prozess hin, um geschwisterliche Zurechtweisung zu praktizieren: zunächst allein mit der betreffenden Person sprechen, dann bei Bedarf mit zwei oder drei weiteren Personen, und schließlich, wenn nötig, vor der gesamten Gemeinschaft. Dieser Ansatz ermöglicht es laut dem Pontifex, der Realität zu begegnen und Probleme sowie Konflikte in Wachstumschancen zu verwandeln.
Leo XIV erwähnte zudem eine zweite Form, um Unterscheidungsvermögen auszuüben: die Bemühung, eine Einigung zu erzielen, um gemeinsame Wünsche, gemeinsame Schmerzen und gemeinsame Hoffnungen in Einklang zu bringen und durch das Gebet in der Einheit zu wachsen. Die sonntägliche Reflexion schloss mit einem Gebet zur Jungfrau Maria, damit sie die freudige Schuld der geschwisterlichen Liebe lehre, und verwies auf die Haltung Marias, die sich beeilte, ihre Base Elisabeth zu besuchen, um die Freude und die Mühen der Schwangerschaft zu teilen.




