Die Fundação Francisco Manuel dos Santos veranstaltete in Sintra ein Sommercamp, das dem Thema „(Des)Information und Demokratie" gewidmet war, wo 59 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren eine Woche damit verbrachten, Desinformation zu erkennen und ihr zu misstrauen. In acht Gruppen aufgeteilt, gingen die Teilnehmer in Sintra auf das Gelände, um Menschen zu interviewen und echte Geschichten zu suchen, begleitet vom Team des narrativen Magazins Divergente.
Die praktische Erfahrung im Bereich Reportage erwies sich als schwieriger als erwartet. Leonor Rio, 16 Jahre alt, aus Felgueiras, erklärte, dass einige Menschen sich weigerten teilzunehmen oder Ausreden erfanden, was die Gruppe dazu brachte zu erkennen, dass es besser war, zunächst ein Gespräch zu führen, bevor man aufnahm. Eine andere Gruppe entdeckte, dass das Einlegen von Schweigepausen nach Fragen den Menschen ermöglichte, mehr Informationen zu teilen. Die junge Sara Carvalho aus Lissabon lernte, dass man nichts Außergewöhnliches erzählen musste, sondern lediglich „das Leben der Menschen".
Die Ausbildung erwies sich als Brücke zum zentralen Thema der Woche. Die Teilnehmer erkannten, dass Desinformation schwer zu bekämpfen ist, weil sie im digitalen Alltag präsent ist. Leonor lernte, auch der Tendenz zu misstrauen, das zu glauben, was bestätigt, was sie bereits denkt, während Pedro Figueiredo aus Leiria vor der Beziehung zwischen Desinformation und Algorithmen in sozialen Netzwerken warnte. Die Journalistin Sofia da Palma Rodrigues fasste die Initiative zusammen: „Ein guter Journalist wird ein guter Mensch und ein guter Bürger sein."
Der Direktor für Inhalte der Stiftung, João Tiago Gaspar, erklärte, dass die Themenwahl mit den Transformationen des Medienraums und dem wachsenden Einfluss sozialer Netzwerke zusammenhänge, die er als eine „fünfte Gewalt" bezeichnete, die sich nicht an die ethischen Kriterien des traditionellen Journalismus halte. Am Ende der Woche kehrte die Diskussion zum Wesentlichen zurück: anhalten, zuhören und misstrauen.




