Cáritas Europa hat einen Bericht über die humanitäre Hilfe in der Ukraine veröffentlicht und fordert die Schaffung von Partnerschaften, die auf Vertrauen, Flexibilität und geteilter Verantwortung basieren. Das Dokument kritisiert, dass lokale Organisationen als Dienstleister und nicht als Partner behandelt werden. Sie werden beauftragt, die „letzte Meile" der Dienstleistung sicherzustellen, erhalten jedoch nicht die eigentliche Eigentümerschaft an Projekten oder das Vertrauen, auf Augenhöhe zu arbeiten.
Die Studie betont, dass lokale Verbände und nationale Netzwerke im Einsatzgebiet einer weitaus höheren Gefährdung ausgesetzt sind und zu den ersten gehören, die in Bereichen reagieren, in denen internationale Akteure Zugangsbeschränkungen haben. Eine der wichtigsten Beschwerden, die durch die Untersuchung gesammelt wurde, ist das Fehlen von Finanzmitteln für strukturelle Ausgaben. Lokale Organisationen fragen sich, wie sie ohne Buchhalter funktionieren können, wenn Agenturen sich weigern, Verwaltungskosten oder wesentliche Kosten zu übernehmen.
Die Belastung des bewaffneten Konflikts für die Teams, die Familienangehörige verlieren und unter hohem psychischem Stress und Erschöpfung leiden, stößt auf die Bürokratie des Systems. Das Dokument bedauert, dass das Wohlbefinden der Mitarbeiter häufig als nachrangig gegenüber starren Haushaltsposten betrachtet wird. Internationale Hürden und die Belastung durch Prüfungen überfordern kleinere Institutionen. Die Rechenschaftspflicht der Geber konzentriert sich mehr auf komplexe Berichtspflichten als auf die tatsächliche Wirkung und Wirksamkeit für die leidenden Bevölkerungen.
Das katholische Netzwerk vertritt die Position, dass die Risikoteilung in Kriegsgebieten nicht auf einen technischen oder vertraglichen Prozess reduziert werden kann, sondern vielmehr eine umfassendere Veränderung hin zu einer Neuverteilung der Macht zwischen Unterstützern und Feldakteuren darstellt. Die Veröffentlichung enthält ein Forderungspapier an große Geber und intermediäre Agenturen und drängt sie, ihre Sorgfaltspflicht zu übernehmen und Mindest- sowie kontextbezogene Standards für physische, psychische und finanzielle Sicherheit direkt in die mit lokalen Akteuren geschlossenen Vereinbarungen aufzunehmen.




