Auf Madeira betreibt die große Mehrheit der Kläranlagen (ETAR) nur eine primäre Behandlung, ein im Wesentlichen physikalisch-mechanischer Prozess, der sich darauf beschränkt, Grobstoffe, Sande, Fette und einen Teil der Schwebstoffe durch Dekantierung zu entfernen. Anders als bei fortgeschritteneren Systemen umfasst diese elementare Behandlungsstufe nicht die sekundäre Stufe (ein biologischer Prozess, bei dem Mikroorganismen zur Zersetzung der gelösten organischen Substanz eingesetzt werden) noch die tertiäre Stufe (die chemische Desinfektionsprozesse, fortgeschrittene Filtration und die Entfernung von Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor anwendet). Infolgedessen weist das in das marine Milieu eingeleitete Abwasser noch immer eine hohe Schadstofffracht und ein starkes Potenzial für die Freisetzung unangenehmer Gerüche auf.
Das Problem wird dadurch verschärft, dass viele dieser Infrastrukturen angesichts der aktuellen demografischen und wirtschaftlichen Realität der Region stark unterdimensioniert sind. Für Bevölkerungszahlen und Abwasservolumina, die erheblich geringer waren als heute, konzipiert, sehen sich die Kläranlagen heute einem beispiellosen Druck ausgesetzt, der aus dem kontinuierlichen Anstieg der Residenten, dem Massentourismus-Boom und der Verbreitung neuer Immobilienprojekte und Ferienwohnungen resultiert. In Spitzenzeiten der Besucherströme und bei intensiveren Niederschlagsereignissen wird die Rückhalte- und Vorbehandlungskapazität dieser Anlagen vollständig überschritten, was hydraulische Überlastungen erzeugt, die die Wirksamkeit der primären Behandlung selbst zunichte machen.
Die Zukunft zeichnet sich unter dem




