Die Volkswagen-Aktien erreichten am Freitag ein 11-Wochen-Hoch, mit einem Anstieg von rund 6%, der während der Sitzung sogar 7% erreichte. Um 10:19 Uhr wurden die Papiere zu 81,65 Euro gehandelt, während der DAX-Index an der Frankfurter Börse stabil blieb. Die Anleger zeigten Begeisterung und Erleichterung nach der am Vortag erfolgten Genehmigung eines Restrukturierungsplans durch den Aufsichtsrat des größten europäischen Automobilherstellers.
Der Aufsichtsrat genehmigte einstimmig den sogenannten "Zukunftsplan 2030", der vom Vorstandsteam von Volkswagen vorgelegt wurde. Der Plan umfasst den Abbau von rund 50.000 Arbeitsplätzen in der Gruppe, einschließlich Führungspositionen, und zielt darauf ab, die Volkswagen Gruppe und ihre Marken effizienter, wettbewerbsfähiger und besser für die Zukunft aufzustellen.
Die Analysten der Deutschen Bank beschrieben die Genehmigung als "große Überraschung für nahezu alle Investoren" und betonten, dass praktisch alle in den vorangegangenen Tagen kontaktierten Investoren Volkswagen als "einfach nicht mehr reparierbar" betrachteten. Nach Ansicht der deutschen Bank stellt das Ergebnis einen "grundlegenden Durchbruch und viel besser als befürchtet" dar und beseitigt die größte Sorge der Investoren über die Fähigkeit des Unternehmens, die notwendigen schwierigen Entscheidungen zu treffen.
Volkswagen steht unter Druck aufgrund der hohen Zölle in den Vereinigten Staaten, des Rückgangs der Verkäufe in China und des Eindringens asiatischer Konkurrenten in den europäischen Markt. Die operative Marge der Gruppe fiel von 7,9% im Jahr 2022 auf 3,8% im ersten Halbjahr. Trotz der Kursgewinne am Freitag haben die Aktien seit Jahresbeginn einen Verlust von 22,2% verzeichnet. Die Deutsche Bank warnte, dass sich die Probleme "nicht über Nacht lösen lassen" und die Genehmigung "nur den Beginn der nächsten Phase markiert, wobei die Umsetzung entscheidend ist".




