Die Lebensmittelpreise sind in Portugal erneut gestiegen, wobei Spiralnudeln in einer Woche um 22%, Spaghetti um 21% und Weißbrot ohne Rinde um 14% zugenommen haben. Der von DECO PROteste überwachte Warenkorb kostet bereits 254,73 Euro, 12,91 Euro mehr als zu Beginn des Jahres 2022, was einem Unterschied von 35,71% entspricht. Rindfleisch zum Kochen verzeichnet die höchsten kumulierten Steigerungen mit einem Anstieg von 120% auf 12,81 Euro pro Kilo, während großer Stockfisch um 89% und Blumenkohl um 88% gestiegen sind. Auf den internationalen Märkten steigt Reis um 55%, Sojaöl um 38%, Zucker um 21% und Mais um 15%.
Die Preiserhöhungen lassen sich nicht allein durch die Rohstoffkosten erklären. Die Produktionskette umfasst Arbeitskräfte, Energie, Transport und Vertrieb. Bei Brot macht Mehl nur 14,14% der Gesamtkosten aus, während Personalkosten 40,31%, Vertrieb 15,53% und Energie 11,16% ausmachen. Der Handels- und Industrieverband für Bäckerei, Konditorei und Ähnliches hat bereits gewarnt, dass die Mitglieder im Oktober den Brotpreis erhöhen werden, und auf den Mangel an Bäckern und Vertriebsmitarbeitern hinweisen.
Portugal importiert etwa 80% seines Getreidebedarfs und ist von Ländern wie der Ukraine, Frankreich, Italien, Deutschland und Kanada abhängig. Die inländische Weizenproduktion deckt nur 20% des Verbrauchs. Der Präsident des Nationalen Getreideproduzentenverbandes warnt, dass die verfügbaren nationalen Reserven nur etwa 15 Tage bis drei Wochen des Bedarfs decken, ein geringer Spielraum. Europa durchlebt eine Dürre, die Portugal dazu zwingen könnte, Getreide aus weiter entfernten Regionen zu beschaffen, was die Kosten erhöht. Durch die Erweiterung der Bewässerung in Alqueva haben Flächen, die Trockenfeldgetreide produzierten, rentablere Alternativen wie Olivenhaine und Mandelplantagen erhalten, was die nationale Getreideanbaufläche reduziert hat.




