Der Vorstand der Delivery Hero, Eigentümerin von Glovo, gab eine positive Stellungnahme zum öffentlichen Übernahmeangebot der Uber Technologies ab und empfahl einstimmig, dass die Aktionäre ihre Anteile zu einem Gesamtbetrag von 12,77 Milliarden Euro veräußern. Das Angebot von Uber sieht eine Zahlung von 41,50 Euro in bar pro Aktie vor, was einem Aufschlag von über 100% gegenüber dem Kurs vom Mai entspricht. Das Geschäft wartet noch auf behördliche Genehmigungen, wobei die formelle Annahmefrist bis zum 5. November läuft.
Uber hielt bereits vor dem öffentlichen Angebot eine bedeutende Position, indem es etwa 24,77% der Stimmrechte durch direkte Beteiligung kontrollierte, zusätzlich 11,74% durch derivative Instrumente hatte und eine unwiderrufliche Zusage mit der Prosus-Gruppe zum Erwerb von 16,68% des Kapitals unterzeichnet hatte. Diese Gesamtposition von etwa 53% sichert praktisch den positiven Ausgang des Geschäfts.
Die Vorstandsvorsitzenden beider Unternehmen begründeten das Konsortium mit Skaleneffekten und Investitionskapazität. Dara Khosrowshahi von Uber lobte das von Delivery Hero aufgebaute Geschäft, während Niklas Östberg, Gründer von Delivery Hero, der Ansicht war, dass die Partnerschaft die Stärken des Unternehmens im lokalen Liefersegment verstärken wird. Um Bedenken in Deutschland zu zerstreuen, verpflichtete sich Uber, den Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin zu erhalten, bis 2029 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen und bis 2031 zwei Milliarden Euro in die deutsche Wirtschaft zu investieren.
Die Umsetzung des Geschäfts wird erhebliche Auswirkungen auf Portugal und die Iberische Halbinsel haben, wo Uber bereits mit Uber Eats und Glovo stark vertreten ist. Die Wettbewerbsbehörde in Lissabon und die Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission in Brüssel werden das Geschäft prüfen. Um kartellrechtliche Blockaden zu vermeiden, stimmte Delivery Hero der Veräußerung eigenständiger Geschäftsbereiche in 14 spezifischen Märkten an den Fonds SSW Partners zu, eine unabhängige, aber an den positiven Ausgang der Transaktion gebundene Bedingung, deren Abschluss für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant ist.




