Der Autor Jorge Silva Carvalho greift eine These von 2015 über Führung, Strategie und Intelligenz als den tugendhaften Dreiklang des Managements wieder auf und argumentiert, dass der aktuelle Kontext diesen Ansatz dringend gemacht hat, wobei die Verteidigungsindustrie das beste Beispiel für diese Notwendigkeit ist. Der Artikel vertritt die Ansicht, dass diese Industrie aufgehört hat, ein spezialisiertes Wirtschaftssegment zu sein, um zu einem Raum für technologischen Wettbewerb, Versorgungssicherheit und Wissenswettbewerb zu werden.
Portugal verfügt über Unternehmen, Forschung und Talent im Bereich unbemannte Systeme, Künstliche Intelligenz, Robotik, Sensoren und fortschrittliche Materialien. Der Autor identifiziert die Bereiche, in denen Portugal Beiträge leisten kann: individuelle Ausrüstung (durch Anpassung traditioneller Industrien wie Bekleidung und technische Schuhe), Materialien (Polymere, Verbundwerkstoffe, mit Tradition in Keramik und Kork), zertifizierbare kritische Software und unbemannte Systeme. Das Hauptproblem liegt nicht darin, zu innovieren, sondern in der Fähigkeit, in Serie zu fertigen, wobei eine Lücke zwischen dem validierten Prototyp und dem zertifizierten, geschützten, finanzierten und exportfähigen Produkt besteht.
Der Artikel betont, dass Wettbewerbsintelligenz erforderlich ist, um Technologien, Märkte und operative Anforderungen zu kennen, sowie Sicherheitsintelligenz, um einen entstehenden Cluster in sensibler Technologie vor Einbrüchen, Cyberangriffen und Wissensaneignung zu schützen. Der Staat muss auf drei Ebenen eingreifen: finanziell, wirtschaftlich und sicherheitspolitisch.
Die Veranstaltung REPMUS, organisiert von der portugiesischen Marine mit 36 Marinen, über 60 F&E-Unternehmen und 13 NATO-Universitäten und -Einrichtungen, wird als Beispiel für den einzuschlagenden Weg präsentiert. Der Autor warnt jedoch, dass eine dauerhafte Schnittstelle zwischen dem militärischen Nutzer, dem Ingenieurwesen und der Industrie fehlt und dass öffentliche Beschaffung als Verwaltungsakt statt als Industriepolitikinstrument behandelt wird. Frühzeitige Aufträge und mehrjährige Verträge würden den portugiesischen Unternehmen die notwendige Glaubwürdigkeit für den externen Markt verschaffen.




