Der chinesische Präsident Xi Jinping hat auf dem Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ), der in Bischkek, Kirgisistan, stattfand, eine größere globale Rolle der Organisation gefordert, vor allem in den Bereichen Sicherheit und Technologie. Xi erklärte, die Organisation habe seit ihrer Gründung vor 25 Jahren eine „starke Vitalität" demonstriert, und eine der wichtigsten Lehren sei die Notwendigkeit, einen richtigen Weg des Zusammenlebens ohne Bündnisse, Konfrontationen oder die Zielsetzung gegen Dritte zu finden – eine offensichtliche Anspielung auf das von den Vereinigten Staaten geführte Militärbündnissystem.
Der chinesische Staatschef war der Ansicht, dass „der Schatten des Krieges fortbesteht" und dass sich die Welt „an einer Weggabelung" zwischen Dialog und Konfrontation, zwischen Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen und einem „Alles-oder-Nichts"-Wettbewerb befindet. Xi rief die SOZ-Mitglieder auf, die Einmischung externer Kräfte in die inneren Angelegenheiten anderer Länder „entschieden zu verhindern", und verteidigte, dass die Länder „der Sicherheit Vorrang geben und ein universelles Sicherheitsumfeld schaffen" sollten.
Im Technologiesektor kündigte Xi Jinping an, dass China in den nächsten drei Jahren 100 wissenschaftlich-technologische Projekte mit den Mitgliedsländern der Organisation durchführen wird. Am Gipfel nehmen unter anderem der russische Präsident Wladimir Putin, der indische Premierminister Narendra Modi und der iranische Präsident Massud Peseschkian teil – in einem Kontext zunehmender internationaler Instabilität, geprägt durch die Konflikte in der Ukraine und im Iran.
Die SOZ wurde 2001 von China, Russland, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan gegründet und hat sich später um Indien, Pakistan, den Iran und Weißrussland erweitert. Peking hat versucht, die Rolle der Organisation als Plattform zur Förderung einer multipolaren internationalen Ordnung zu stärken und den Einfluss Chinas unter den Ländern des sogenannten Globalen Südens zu erhöhen.




