Der guinea-bissauische Oppositionsführer Fernando Dias da Costa, der für sich beansprucht, die durch einen Staatsstreich unterbrochenen Präsidentschaftswahlen gewonnen zu haben, lobte am Montag, den 31. August, die Bürger für den Mut, die Reife und das bürgerschaftliche Bewusstsein, die sie im Zusammenhang mit dem Boykott des Verfassungsreferendums am Sonntag gezeigt haben. In seiner Videobotschaft betonte der Oppositionsführer, dass die hohe Enthaltungsrate eine eindeutige politische Botschaft darstellt, dass die Bürger nicht bereit sind, einen Verfassungsprozess zu legitimieren, der ohne den notwendigen nationalen Konsens durchgeführt wird.
Der Sprecher der Nationalen Wahlkommission (CNE) von Guinea-Bissau, Idriça Djaló, kündigte am Sonntag eine Beteiligung von über 50 % der Wähler bei dem von den Militärs vorgeschlagenen Verfassungsreferendum an. Allerdings, so die Opposition und Organisationen der Zivilgesellschaft, die zum Boykott der Abstimmung aufgerufen hatten, endete der Prozess mit einer starken Enthaltung.
Fernando Dias da Costa wies die Manöver zurück, die darauf abzielten, den Guineern eine neue Verfassung gemäß dem Willen seines ehemaligen Gegners Umaro Sissoco Embaló aufzuzwingen, der beim Staatsstreich vom 26. November abgesetzt wurde. Der Oppositionsführer vertrat die Ansicht, dass das Ausbleiben der Volksbeteiligung keine Gleichgültigkeit gegenüber der Zukunft des Landes darstellt, sondern vielmehr eine bewusste Stellungnahme gegen die Manöver, die darauf abzielen, eine Verfassung aufzuzwingen, die am Rande eines echten nationalen Dialogs konzipiert wurde.
Die guinea-bissauischen Militärs begingen am 26. November einen Staatsstreich




