Der englische Journalist Tim Vickery, der seit mehr als drei Jahrzehnten in Brasilien lebt, gab dem Programm Fim de Expediente bei CBN ein Interview, um die Beziehung des brasilianischen Fans zum Fußball zu analysieren. Seiner Einschätzung nach hat die Erfolgsgeschichte der Nationalmannschaft eine Fanschar geschaffen, die gleichzeitig "verzogen und frustriert" ist.
Vickery erklärte, dass diese Wahrnehmung mit der Vorstellung verbunden ist, dass der brasilianische Erfolg im Fußball etwas Natürliches sei, das mit der Spontaneität und der Genialität der Spieler verbunden wird. Seiner Meinung nach löscht diese Sichtweise die Arbeit aus, die von Trainern, Betreuern und anderen Fachleuten geleistet wurde, die zu den Erfolgen des Landes beigetragen haben.
Der Journalist erklärte, dass "Erfolg immer ein Prozess ist" und dass man, wenn man diesen Prozess vergisst und Erfolg als etwas Natürliches betrachtet, aufhört, Erfolg zu haben. Vickery kritisierte auch die Art und Weise, wie der brasilianische Fußball normalerweise anhand von Mythen analysiert wird, die im Laufe der Geschichte aufgebaut wurden.
Seiner Einschätzung nach erlebt die brasilianische Fanschaft heute eine Frustration, die durch die jüngsten Ergebnisse verursacht wird, die im Gegensatz zu den Erwartungen stehen, die durch jahrzehntelange siegreiche Tradition in dieser Sportart geweckt wurden.




