Am 11. September 2026 jähren sich die Terroranschläge zum 25. Mal, bei denen 2.977 Menschen in den Vereinigten Staaten ums Leben kamen. An jenem Morgen entführten 19 Mitglieder von Al-Qaida vier Passagierflugzeuge, von denen zwei die Zwillingstürme des World Trade Center in New York trafen, eines das Pentagon in Virginia und das vierte, Flug 93, nach der Reaktion der Passagiere und der Besatzung in Pennsylvania abstürzte. In New York warf eine Installation mit 2.977 Lichtern, eines für jedes Opfer, den Umriss der ehemaligen Zwillingstürme über den Hafen als Gedenken.
Nach den Anschlägen erklärte die Regierung von George W. Bush einen neuen Krieg gegen den Terror und der US-Kongress genehmigte den Einsatz von Gewalt. Im Oktober 2001 begannen die Vereinigten Staaten Militäroperationen in Afghanistan gegen Al-Qaida und das Taliban-Regime. Zwanzig Jahre später, im August 2021, kehrten die Taliban an die Macht in Afghanistan zurück und behielten 2026 die effektive Kontrolle über das Land. Der Leitartikel betont, dass ein Krieg im militärischen Kalender enden kann, ohne dass seine Folgen in der Geschichte enden.
Eine juristische Wunde bleibt offen. Khalid Sheikh Mohammed, der beschuldigt wird, der Hauptarchitekt der Anschläge zu sein, bleibt in Guantánamo ohne endgültige Verurteilung inhaftiert, mit einem neuen Prozess, der für Juni 2028 angesetzt ist. Der Artikel betont, dass 25 Jahre für die Familien der Opfer fast ein Leben bedeuten, mit Eltern, die starben, ohne eine endgültige Entscheidung zu erfahren, und Kindern, die ohne ihre Eltern aufwuchsen.
Der Leitartikel warnt, dass der 11. September nicht auf eine ausschließlich amerikanische Frage reduziert werden kann, da seine Folgen Allianzen, Kriege, Migrationen, Sicherheitspolitiken und internationale Beziehungen auf der ganzen Welt verändert haben, einschließlich in Europa und im Nahen Osten. Im Jahr 2026 wurden Millionen junger Menschen nach den Anschlägen geboren, und für sie sind die Zwillingstürme Archivbilder und keine gelebten Erinnerungen. Die Zeitung schließt, dass sich an den 11. September zu erinnern nicht bedeutet, in der Vergangenheit gefangen zu sein, sondern zu verhindern, dass sie durch das Vergessen verfälscht wird.




