Der Präsident der Nationalversammlung, José Pedro Aguiar-Branco, äußerte Vorbehalte gegenüber einem Gesetzentwurf der Partei Chega, der portugiesischen Kindern oder Kindern aus EU-Ländern bei der Einschreibung an öffentlichen Schulen Vorrang einräumen soll. Der Politiker räumte ein, dass der Vorschlag im Parlament diskutiert werden könnte, warnte jedoch vor verfassungsrechtlichen Problemen.
Aguiar-Branco wies darauf hin, dass es „erhebliche verfassungsrechtliche Vorbehalte" hinsichtlich dieser Initiative gibt, die sich hauptsächlich auf das in der portugiesischen Verfassung verankerte Gleichheitsprinzip beziehen. Der Präsident der Nationalversammlung betonte, dass das Grundgesetz Grundsätze enthält, die mit der vom Chega vorgeschlagenen Diskriminierung unvereinbar sein könnten.
Die Partei Chega, die der extremen Rechten angehört, hat wiederholt Vorschläge zur Einschränkung der Rechte von Einwanderern und deren Nachkommen in Portugal vorgelegt. Dieser Gesetzentwurf fügt sich in eine umfassendere Strategie der Partei ein, den Zugang von Ausländern zu wesentlichen öffentlichen Diensten zu beschränken.
Aguiar-Brancos Position erlangt vor dem Hintergrund an Bedeutung, dass das Thema Einwanderung und Zugang zu öffentlichen Diensten in Portugal weiterhin eine politische Debatte auslöst, wobei sich Chega als kritische Partei gegenüber Migrations- und Integrationspolitiken positioniert.




