Der Artikel stammt von António Salvado Morgado aus dem Bistum Guarda und befasst sich mit der Beziehung zwischen der „Zeit der Schöpfung" und der „Höhe der Zeit". Die „Zeit der Schöpfung" ist eine ökumenische liturgische Zeit, die vom 1. September, dem Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung, bis zum 4. Oktober, dem Fest des Heiligen Franziskus von Assisi, dauert. Während dieser Zeit sind die christlichen Gemeinschaften zum Gebet, zur Reflexion und zum Handeln zum Wohl des Werkes des Schöpfers aufgerufen.
Der Autor untersucht das Konzept der „Höhe der Zeit" aus philosophischer Perspektive. José Ortega y Gasset verlieh dem Ausdruck in seinem Werk „Der Aufstand der Massen" von 1930 eine ethisch-politische Normdimension, mit dem Argument, dass jede Epoche ein Niveau historischer, technischer und kultureller Entwicklung besitzt, das neue Verhaltensrichtungen erfordert. Xavier Zubiri, ein Schüler von Ortega y Gasset und ein führender Vertreter der Madrider Schule, erhob das Konzept zu einer metaphysischen Kategorie und sah es als den Erhebungspunkt der Realität, von dem aus der Mensch neue Werkzeuge schaffen muss, um aufkommende Herausforderungen zu bewältigen.
Der Artikel stellt auch Verbindungen zur Soziallehre der Kirche her und verweist darauf, dass die der „Höhe der Zeiten" zugrunde liegende Idee von der Enzyklika „Rerum Novarum" von Leo XIII. (1891) bis zur „Magnifica humanitas" von Leo XIV. vorhanden ist, einschließlich der „Zeichen der Zeiten" der konziliaren Theologie. Papst Franziskus führte in der „Evangelii Gaudium" (2013) das Prinzip ein, dass „die Zeit dem Raum überlegen ist", und schätzte Prozesse höher als den Besitz von Territorien. Der Autor schließt, dass eine bidirektionale Beziehung zwischen der „Zeit der Schöpfung" und der „Höhe der Zeit" besteht, und ruft zu einer aufmerksamen Lektüre der Zeichen auf, die die Zeit präsentiert, um die Möglichkeiten zu nutzen, die die Realität bietet.




