Im August lag der durchschnittlich finanzierte Betrag bei der Wohnungsbaufinanzierung in Portugal bei 204.359 Euro, laut Daten des Portals ComparaJá. Dieser Wert ergibt sich jedoch aus der Mischung zweier sehr unterschiedlicher Produkte. Bei genauerer Betrachtung finanzierte ein Kaufkredit durchschnittlich 238.933 Euro, während ein von einer anderen Bank umgeschriebener Kredit nur 155.434 Euro finanzierte – ein Unterschied von 83.499 Euro.
Die Erklärung für diese Diskrepanz liegt in der Natur jeder Operation. Ein Kaufkredit finanziert den aktuellen Preis eines Hauses, während eine Umschreibung das verbleibende eines älteren Darlehens finanziert, das bereits teilweise getilgt wurde. Das heißt, die erste Zahl spiegelt den aktuellen Immobilienmarkt wider und die zweite misst die Vergangenheit.
Im August sank der Anteil der Umschreibungen von 44,4% auf 39,8% der Operationen, während die Käufe auf 54,6% stiegen. Trotz dieses proportionalen Anstiegs der größeren Operationen ging der nationale Durchschnittsbetrag leicht zurück, von 204.713 auf 204.359 Euro. Dies geschah, weil der Durchschnittswert der Umschreibungen selbst um 13% in einem einzigen Monat fiel, von 178.712 auf 155.434 Euro, was darauf hindeutet, dass der Umschreibungsmarkt die Verträge mit höherem Restschuld ausschöpft.
Die Schlussfolgerung des Artikels ist, dass der aggregierte Durchschnitt zur Verfolgung des Gesamtvolumens der Finanzierung dient, aber für jede andere Analyse irreführend ist. Wer wissen möchte, wie viel es heute kostet, ein Haus zu kaufen, sollte auf den Wert der Käufe schauen, und wer den Stand der Umschuldungen bewerten möchte, sollte auf die Umschreibungen schauen. Wenn sich die Komponenten eines Durchschnitts in entgegengesetzte Richtungen bewegen, ist die scheinbare Stabilität eine Illusion.




