Die Staatsanwaltschaft forderte heute eine Haftstrafe von nicht weniger als fünf Jahren für den Steuermann und einzigen Überlebenden des Schiffbruchs vom 07. April 2024 vor Troia in Grândola, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Am Gericht von Setúbal beantragte der Staatsanwalt zweieinhalb Jahre Haft für jede der vier fahrlässigen Tötungen, deren der Angeklagte Manuel Coelho, 64 Jahre alt, beschuldigt wird.
Der Verteidiger des Angeklagten vertrat die Ansicht, dass die vier Todesfälle auf eine „unvorhersehbare Meereswelle" zurückzuführen seien, und argumentierte, dass die Voraussetzungen für eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung nicht erfüllt seien. Die Verteidigung machte darüber hinaus geltend, dass die drei Erwachsenen, die beim Aufprall der Welle von dem Boot fielen, auch selbst zu ihrem Tod beitrugen, indem sie nicht in Richtung des gesunkenen Bootes schwammen.
Einer der Anwälte der Familien der vier Opfer vertrat die Ansicht, dass die Haftstrafe nur dann zur Bewährung ausgesetzt werden sollte, wenn die geforderten Entschädigungen in Höhe von Hunderttausenden von Euro gezahlt würden. Ein weiterer Anwalt wies darauf hin, dass zum Zeitpunkt des Unfalls Ebbe war und die Opfer nichts hätten tun können, um zu verhindern, dass sie aufs Meer hinausgezogen wurden.
Während der Verhandlung sagten Zeugen der Anklage aus, dass der Schiffbruch in einem Bereich mit Sandbänken stattfand, die bei Niedrigwasser besonders gefährlich sind, und dass die Vorhersagen einer Wellenhöhe von 2,5 bis 3,5 Metern für diesen Tag jede Annäherung an diesen Ort abrieten. Die Verlesung des Urteils ist für 14:00 Uhr am nächsten Tag, dem 09. Oktober, angesetzt.




