Das Weinbusiness durchlebt eine der schwierigsten Phasen der letzten Jahrzehnte, wobei der weltweite Konsum auf das niedrigste Niveau der letzten 60 Jahre gefallen ist, laut der Internationalen Organisation für Rebe und Wein. Das Überangebot, der Wandel der Konsumgewohnheiten sowie die wirtschaftliche und geopolitische Instabilität setzen Preise und Margen unter Druck und veranlassen mehrere Länder, Rebflächen zu roden, um die Produktion zu reduzieren. Frankreich, Deutschland, Österreich, Australien und die Vereinigten Staaten gehören zu den Ländern, die Anpassungsmaßnahmen ergreifen.
Portugal zeigt eine größere Widerstandsfähigkeit als andere europäische Produzenten, wobei die inländische Produktion in diesem Jahr wieder zunimmt und die Traubenqualität gut ist. Allerdings gehen etwa die Hälfte des portugiesischen Weins in ausländische Märkte, was das Land der Entwicklung der internationalen Nachfrage aussetzt. Die Regierung kündigte eine Kreditlinie von 110 Millionen Euro zur Unterstützung von Traubenkäufern an, 12 Millionen Euro für Douro-Produzenten ohne Abnehmer für ihre Trauben sowie fünf Millionen Euro für durch Stürme betroffene Rebflächen.
Die Confederacão dos Agricultores de Portugal vertritt die Ansicht, dass die Unterstützungsmaßnahmen auf alle weinbautreibenden Regionen ausgeweitet werden sollten, nicht nur auf das Douro-Tal. Die Organisation fordert außerdem Kontrollen, Überwachung und vollständige Rückverfolgbarkeit des spanischen Fassweins, der nach Portugal gelangt, und ist der Ansicht, dass Einfuhren zu Preisen unter den nationalen Produktionskosten den Druck auf die Erzeuger verschärfen und zu unlauterem Wettbewerb führen können. Laut CAP erhalten spanische Landwirte mehr als 30-mal höhere Beihilfen als in Portugal für Energie, Kraftstoffe und Düngemittel gewährt werden.
Das Institut für Weinbau und Wein entwickelt ein digitales Rückverfolgungssystem für alle in Portugal vermarkteten Weine unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Dateninteroperabilität mit der Steuerbehörde. Es wurde auch das Observatorium für Weinbau und Wein geschaffen, um detaillierte Informationen über Produktion und Markt zu sammeln. Die Förderregelung für portugiesische Weine wurde reformuliert, wobei der öffentliche Finanzierungsatz von 50% auf 60% angehoben wurde. Die Kennzeichnungsvorschriften von 2024 erfordern nun eine stärkere Hervorhebung der Herkunft bei Verschnittweinen, wobei deren Verkäufe etwa ein Jahr nach Inkrafttreten der Vorschriften um rund 20% zurückgegangen sind.




