Der Artikel, der in einem Blog unter dem Titel „Meinungen verlieren keine Wahlen!" veröffentlicht wurde, behandelt eine seltsame politische Theorie in São Vicente, wonach eine Meinung erst nach demokratischer Legitimierung durch Wahlen bestehen sollte. Der Autor hinterfragt, ob jemand, der eine Wahl verliert, damit auch das Recht verliert, das öffentliche Leben zu analysieren, oder ob jemand, der gewinnt, deshalb ein Unfehlbarkeitszertifikat erhält. Die zentrale These ist, dass Wahlen Legitimität für die Ausübung von Ämtern verleihen, aber nicht das alleinige Eigentum an der Meinung.
Der Artikel kritisiert insbesondere das Phänomen, bei dem die politische Kritik die eigentliche Sache verlässt und anfängt, das Privatleben des Sprechenden zu inspizieren. Einkommen, Beschäftigung, Auto, Wohnort und Familienstand werden plötzlich zu politischen Argumenten, in einer Methode, die den Autor disqualifiziert, anstatt die Idee zu widerlegen. Der Autor bezeichnet diese Praxis als eine „Bequemlichkeitsmoral-Kontrolle".
Der Text warnt vor einem fundamentalen Widerspruch: Wenn die Qualität eines Vorschlags vom Gehalt desjenigen abhängen würde, der ihn vorbringt, hätten wir die „Gehaltsmeritokratie" erfunden. Eine gesunde öffentliche Meinung sollte Argumente nach ihrem Inhalt, ihrer Kohärenz und ihren Belegen bewerten, nicht nach der wirtschaftlichen oder familiären Situation desjenigen, der sie vorbringt. Die Umwandlung wirtschaftlicher Prekarität in einen Beweis für intellektuelle Inkompetenz wird als Flucht vor der Debatte beschrieben.
Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass die Demokratie allen erlaubt zu sprechen, ohne nach ihrem Status zu fragen, und es dann den anderen ermöglicht zu antworten und den Fehler aufzuzeigen. Wenn man eine Idee nicht zu Fall bringen kann, versucht man, denjenigen zu Fall zu bringen, der sie formuliert hat, aber Meinungen verlieren, anders als Kandidaten, keine Wahlen.




