Die Überhöhung der Realität
Eine salazaristische Karte von 1934 enthielt den Satz „Portugal ist kein kleines Land" und legte die afrikanischen Kolonien über Europa, um ein Bild kaiserlicher Größe zu vermitteln, das nicht der Realität des portugiesischen Territoriums entsprach. Dies war ein Beispiel dafür, wie die Kartografie im Laufe der Geschichte als Werkzeug der politischen und ideologischen Propaganda eingesetzt wurde.
Das Bild Portugals, das auf dieser Karte dargestellt wurde, entsprach nicht der tatsächlichen Größe des Landes, sondern einer politischen Absicht, Macht und territoriale Ausdehnung zur Schau zu stellen. Diese Praxis der kartografischen Manipulation war nicht exklusiv für Portugal, sondern wurde von verschiedenen Kolonialmächten über Jahrhunderte hinweg eingesetzt, um Erzählungen von Reich und Vorherrschaft zu untermauern.
Heutzutage sind afrikanische Länder an der Reihe, die Darstellung Afrikas in flächenmäßigen Karten zu erhöhen. Dieser Trend entsteht in einem anderen Kontext als dem Kolonialismus, aber mit Zielen, die ebenfalls mit der Projektion von Macht und Einfluss auf der internationalen Bühne verbunden sind.
Die zugrunde liegende Frage ist, wie die kartografische Darstellung die Wahrnehmung von Macht und relativer Bedeutung der Länder und Kontinente in der Welt beeinflussen kann, und zeigt, dass Karten niemals nur neutrale Darstellungen der geografischen Realität sind, sondern Instrumente, die politische und ideologische Bedeutungen tragen.




