Island wird häufig als das „europäische Puerto Rico" bezeichnet aufgrund seiner einzigartigen Beziehung zur Europäischen Union. Das Land ist kein Vollmitglied des Blocks, pflegt aber einen Status als assoziierter Staat, der es ihm ermöglicht, an vielen seiner Mechanismen und Politiken teilzunehmen. Diese Situation versetzt Island in eine Zwischenposition zwischen Mitglied und Drittland.
In Bezug auf die finanziellen Beiträge nimmt Island an europäischen Finanzierungsprogrammen teil und leistet Beiträge zum Haushalt der Europäischen Union proportional zu seiner Wirtschaftsleistung. Das Land investiert jährlich Hunderte von Millionen Euro in europäische Initiativen, insbesondere in den Bereichen Forschung, Bildung und territorialer Zusammenhalt.
Neben der Finanzierung wendet Island einen Großteil der europäischen Gesetzgebung an, einschließlich Verordnungen und Richtlinien in Bereichen wie Binnenmarkt, Umwelt, Justiz und innere Angelegenheiten. Diese Anwendung erfolgt durch den Europäischen Wirtschaftsraum, der dem Land den Zugang zum europäischen Binnenmarkt ermöglicht, ohne EU-Mitglied zu sein.
Der Vergleich mit Puerto Rico ist treffend, da beide Territorien erhebliche wirtschaftliche und politische Vorteile aus ihrer Verbindung zu einer größeren Einheit ziehen, ohne alle Verantwortlichkeiten und Pflichten eines Vollmitglieds zu übernehmen. Im Fall Islands ergibt sich diese Situation aus einer strategischen Entscheidung des Landes, das in einem Referendum den vollständigen Beitritt zur EU ablehnte.




