Die portugiesische Regierung kündigte am Freitag an, eine letzte Verhandlungsphase mit der Air France-KLM und der Lufthansa einzuleiten, den beiden Wettbewerbern, die bindende Angebote für den Kauf von bis zu 44,9% des Kapitals der TAP vorgelegt haben. Der Minister für die Präsidentschaft, António Leitão Amaro, erklärte, dass die beiden Angebote eine sehr nah beieinander liegende Gesamtbewertung aufweisen, weshalb die Regierung beschloss, vor der Auswahl eines einzigen Wettbewerbers eine zusätzliche Runde einzuleiten.
Die Air France-KLM erklärte in einer schriftlichen Antwort an die Agentur 'Lusa', dass die Teilnahme an dieser Phase ihr festes und unveränderliches Interesse an der TAP widerspiegele, und betrachte die zusätzliche Runde als Gelegenheit, ihr Projekt zu stärken und zu demonstrieren, warum ihr Industrieplan der geeignetste sei, um das langfristige Wachstum der Fluggesellschaft und der nationalen Wirtschaft zu sichern. Die franco-niederländische Gruppe äußerte sich zuversichtlich, den festgelegten Zeitplan von drei Wochen einhalten zu können, lehnte es jedoch ab, Details zu den finanziellen Bedingungen des Angebots zu kommentieren, die sie als streng vertraulich betrachtete.
Die Lufthansa-Gruppe reagierte ebenfalls positiv und erklärte, sie schätze die Entscheidung der portugiesischen Regierung, die Verhandlungen über den Ende Juli vorgelegten Vorschlag zu vertiefen. Die deutsche Gruppe teilte mit, dass ihr Ziel nach wie vor sei, eine langfristige Partnerschaft mit der TAP und mit Portugal einzugehen, und sie erwarte, das Verfahren in den kommenden Wochen konstruktiv fortzuführen. Wie die Air France-KLM machte auch die Lufthansa nicht klar, ob sie bereit ist, den gebotenen Wert für die Beteiligung an der Fluggesellschaft zu erhöhen.
Der Privatisierungsprozess sieht den Verkauf von bis zu 49,9% des Kapitals der TAP vor, wobei 5% für die Arbeitnehmer reserviert sind. Der Anteil, der nicht von den Arbeitnehmern gezeichnet wird, kann vom ausgewählten Investor im Rahmen eines Vorkaufsrechts erworben werden. Die beiden bindenden Angebote wurden am 29. Juli eingereicht. Die endgültige Entscheidung über den Investor muss noch vom Ministerrat genehmigt werden und unterliegt der Zustimmung der europäischen Wettbewerbsbehörden.




