Das Rathaus von Lissabon wurde verurteilt, 463.000 Euro im Fall Russiagate zu zahlen. Die Verurteilung resultiert aus der Weitergabe persönlicher Daten von Demonstranten an die russische Botschaft.
Die persönlichen Daten der Teilnehmer wurden an die russische diplomatische Vertretung im Anschluss an einen von Dissidenten in Lissabon organisierten Protest weitergegeben. Die Demonstranten forderten die Freilassung des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny.
Der Fall wirft Fragen zum Schutz personenbezogener Daten sowie zur Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Portugal auf. Das Rathaus wurde als verantwortlich befunden, Informationen bereitgestellt zu haben, die eine Identifizierung der Teilnehmer an dem Protest gegen das Regime von Wladimir Putin ermöglichten.
Dieses Gerichtsurteil schafft einen wichtigen Präzedenzfall für den Umgang mit Daten von Bürgern, die sich an Protestaktionen mit internationaler Komponente beteiligen. Die Stadt Lissabon wurde somit verurteilt, für die Verletzung der Privatsphäre Schadenersatz zu leisten.




