José Sócrates, der ehemalige Premierminister Portugals, erschien erneut vor Gericht, um neue Aussagen zu machen, etwa ein Jahr nach seinen letzten Erklärungen im Rahmen der Operation Marquês. Der Auftritt erfolgte auf eigene Initiative, nachdem er Ende Juni einen Antrag gestellt hatte, in dem er um die Möglichkeit bat, erneut auszusagen.
In seiner Rede übte Sócrates Kritik am Justizsystem und an den Medien und war der Ansicht, dass beide zur Situation beigetragen hätten, in der er sich befindet. Der ehemalige Regierungschef äußerte die Notwendigkeit, sich gegen die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zu verteidigen.
Die Verhandlung der Operation Marquês umfasst mehrere Angeklagte und Hunderte angeblich über mehrere Jahre begangener Straftaten. Sócrates ist einer der Hauptangeklagten in diesem Verfahren, das Korruptions-, Steuerhinterziehungs- und Geldwäscheverdacht untersucht.
Im Laufe des Verfahrens hat José Sócrates stets seine Unschuld verteidigt und alle gegen ihn erhobenen Anschuldigungen bestritten. Diese neuen Aussagen stellen ein weiteres Kapitel des langwierigen Gerichtsverfahrens dar, das die portugiesische Politik geprägt hat.




