Brüssel hat die Agrarreserve um 300 Millionen aufgestockt, aber sie ist bereits erschöpftFoto von Darxav91 auf Pexels
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Brüssel hat die Agrarreserve um 300 Millionen aufgestockt, aber sie ist bereits erschöpft

Jornal Económico10. September 2026 um 07:00

Brüssel hat die Agrarreserve der Europäischen Union für 2026 um weitere 300 Millionen Euro aufgestockt, doch diese Mittel sind bereits erschöpft, wie aus einem Brief hervorgeht, den der EU-Landwirtschaftskommissar Christophe Hansen an die Mitgliedstaaten geschickt hat. Die europäische Landwirtschaft steht vor einer neuen Druckfront, nachdem die Kosten für Düngemittel und Energie gestiegen sind, nun verschärft durch eine schwere und anhaltende Dürre, die die Ernten in verschiedenen Regionen bedroht. Die Agrarreserve verfügt über eine jährliche Dotierung von 450 Millionen Euro.

Im Juli stimmten die Mitgliedstaaten außerdem der Mobilisierung von 540 Millionen Euro zur Unterstützung von Landwirten zu, die von gestiegenen Düngemittel- und Energiekosten betroffen sind, infolge der Krise im Nahen Osten. Portugal erhielt 9,46 Millionen Euro aus diesem Paket, und die Mitgliedstaaten können diese Unterstützung mit nationalen Mitteln um bis zu 200 Prozent aufstocken.

In dem Brief fordert Hansen die Regierungen auf, die über die strategischen Pläne der Gemeinsamen Agrarpolitik und die nationalen Haushalte verfügbaren Instrumente zu nutzen, und ist der Ansicht, dass der Rückgriff auf die Agrarreserve als letztes Mittel betrachtet werden sollte. Zu den Möglichkeiten gehört ein neuer Kriseninterventionsmechanismus der GAP zur Kompensation von Produktionsverlusten durch widrige Wetterereignisse, einschließlich der Dürre, wenn die Verluste mindestens 30 Prozent erreichen.

Der Kommissar räumt ein, dass das Problem struktureller Natur ist, und vertritt die Auffassung, dass die Antwort nicht darauf beschränkt werden kann, Verluste zu kompensieren, nachdem sie eingetreten sind. Brüssel empfiehlt Investitionen in die Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel, einschließlich in hitze- und trockenheitsresistentere Kulturen, effizientere Bewässerungssysteme, Wasserwiederverwendung und digitale Lösungen. Die Situation wird auf der nächsten informellen Tagung der EU-Landwirtschaftsminister vom 6. bis 8. September in Dublin erörtert.

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