Die Entscheidung von Minister Flávio Dino, Generaldirektor Andrei Rodrigues weniger als 24 Stunden nach André Mendonças Entscheidung, ihn aus dem Amt zu entfernen, wieder als Leiter der Bundespolizei einzusetzen, eröffnete eine neue Front im politischen Streit, der durch die institutionelle Krise im Obersten Gerichtshof (STF) ausgelöst wurde. Die Krise im STF wurde als die größte in der jüngeren Geschichte des Gerichtshofs beschrieben.
In den Konflikt verwickelt sind die STF-Minister André Mendonça und Flávio Dino sowie Generaldirektor Andrei Rodrigues. Der Fall betrifft auch die beiden aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten: Luiz Inácio Lula da Silva (PT) und Senator Flávio Bolsonaro (PL).
Verbündete beider Kandidaten sind sich einig, dass diese STF-Krise direkte Auswirkungen auf den Wahlprozess haben wird. Bolsonaros Verbündete versuchen, Lulas Image zu beschädigen, indem sie seine Nähe zu Ministern des Obersten Gerichtshofs betonen und den kritischen Diskurs gegenüber dem STF verstärken. Regierungsnahe Kräfte hingegen verteidigen, dass sich der Präsident von der Krise distanziert, direkte Auseinandersetzungen mit Ministern vermeidet und sich für eine Reform der Judikative einsetzt.
An diesem Mittwoch äußerten sich beide Präsidentschaftskandidaten öffentlich zur institutionellen Krise, wobei Lula in einer Ansprache erklärte, dass das Land nicht zum Geisel von Einzelentscheidungen der STF-Minister werden darf.




