Der Minister des Obersten Gerichtshofs, Flávio Dino, beschloss, Andrei Rodrigues sofort in sein Amt als Generaldirektor der Bundespolizei und Leandro Almada in sein Amt als Direktor der Polizeilichen Nachrichtendienste der Behörde zurückzuversetzen. Die Entscheidung widersprach frontal der Anordnung des ebenfalls amtierenden Ministers André Mendonça, der die Entfernung der beiden am Dienstag (8.) angeordnet hatte. Dino war der Ansicht, dass schwerwiegende verfahrenstechnische Probleme bei der von seinem Kollegen angeordneten Entfernung vorlagen.
Die Maßnahme Dinos wurde als Wendung innerhalb des Gerichts selbst interpretiert, da zwei Minister des Obersten Gerichtshofs zu gegensätzlichen Schlussfolgerungen über dieselbe Frage gelangten. Die Situation löste einen Streit zwischen den Ministern darüber aus, wer für die Entscheidung über den Verbleib der Direktoren der Bundespolizei zuständig wäre.
Der Doktor des Verfassungsrechts und außerordentliche Professor an der USP, Rubens Beçak, analysierte die Entscheidung in einem Interview mit dem CBN Journal. Der Experte erklärte, dass der sogenannte „Krieg der Narrative" eine schnelle Antwort des Präsidenten des Obersten Gerichtshofs, Edson Fachin, erfordert, der seinen als vorsichtig und abwägend beschriebenen Stil aufgeben müsste, um entschlossener bei der Lösung der Pattsituation tätig zu werden.




