Brüssel betrachtete am Mittwoch, den 9. Oktober, lokale Unterkünfte als „Teil des Problems" der Wohnungskrise in der Europäischen Union und schlug ein neues Gesetz für bezahlbares Wohnen mit Schwerpunkt auf der Regulierung der Kurzzeitvermietung vor. Der europäische Kommissar für Wohnungswesen, Dan Jørgensen, warnte, dass der Anstieg der Unterkünfte für Kurzzeitvermietung dazu geführt habe, dass Menschen aus ihren eigenen Häusern verdrängt wurden, was zu „völlig inakzeptablen" Preiserhöhungen führte.
In Lissabon stiegen die Mieten in den letzten 10 Jahren um 103%, was der stärkste Anstieg unter den genannten europäischen Städten ist, gefolgt von Madrid mit 75% und Berlin mit 59%. Die Exekutiv-Vizepräsidentin Teresa Ribera wies darauf hin, dass in einigen Tourismusdestinationen und beliebten Innenstädten Europas Kurzzeitunterkünfte bis zu 20% der Wohnungen ausmachen können, was die Preise und Mieten erheblich beeinträchtigt.
Der Vorschlag der Europäischen Kommission sieht einen gemeinsamen Rahmen zur Identifizierung von unter Wohndruck stehenden Gebieten und zur Festlegung von Bedingungen für die Einführung von Einschränkungen bei lokalen Unterkünften vor. Einschränkende Maßnahmen können nur angewendet werden, wenn die Behörden nachweisen, dass die Auswirkungen auf das Wohnungsangebot seit mindestens drei Jahren bestehen, und sie müssen verhältnismäßig, auf objektiven Daten basierend und auf die tatsächlich betroffenen Gebiete beschränkt sein. Die Einschränkungen können für maximal fünf Jahre gelten, mit der Möglichkeit einer Verlängerung, wobei der Hauptwohnsitz geschützt bleibt.
Brüssel vertritt jedoch die Ansicht, dass die bloße Begrenzung lokaler Unterkünfte die Wohnungsknappheit nicht löst, und dass Maßnahmen zur Erhöhung des Angebots durch Neubau und Sanierung erforderlich sind. Der Vorschlag muss nun vom Rat der EU und dem Europäischen Parlament verhandelt werden




