Der Artikel analysiert das Entwicklungsmodell von Castelo Branco und der Beira Baixa, einer Region, die der Autor als eine Art „Nationalhauptstadt" dessen betrachtet, was niemand vor seiner Haustür haben will. Die Regionalstrategie wird als auf der Verfügbarkeit von Raum basierend beschrieben: Die Beira Baixa nimmt auf, was Abstand braucht, was offene Flächen benötigt oder was in anderen Gebieten auf Widerstand stößt – von großen Solarproduktionsflächen bis zu Abfallmanagement-Infrastrukturen.
Das konkrete Beispiel ist der Vorschlag zur Erweiterung der Deponie für ungefährliche Industrieabfälle von Castelo Branco, die die Ablagerungskapazität von etwa 488.000 auf 639.000 Tonnen durch eine dritte Zelle erhöhen soll. Die Umweltvereinigung Zero gab eine negative Stellungnahme zum Projekt ab und betrachtete es als „eindeutig illegal", da es die Annahme von organischen Abfällen ohne Einhaltung der geltenden Rechtsvorschriften vorsieht.
Der Autor kritisiert die politische Sprache, die jedes Projekt in „Investment" und jede Infrastruktur in „Fortschritt" verwandelt, und fragt, wie viele Arbeitsplätze geschaffen werden, welche Qualifikationen gefordert werden, wie lange sie dauern und welchen Wert sie in der lokalen Wirtschaft hinterlassen. Er vertritt die Ansicht, dass die Akzeptanz aller Projekte ohne Kriterien die Gemeindeverwaltung zu einer „Immobilienagentur des Territoriums" macht anstatt zu einem Organ mit der Verantwortung, das langfristige Kollektivinteresse zu schützen.
Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass Castelo Branco nicht alles akzeptieren muss, was ihm angeboten wird, sondern definieren muss, was es wirklich sein will – es braucht Unternehmen mit Wissen, wertschöpfende Industrie, Innovation und Beschäftigung, die Menschen an den Ort bindet. Die Region muss von der Logik der „Verfügbarkeit" zur Logik der „Ambition" übergehen, Prioritäten definieren und den Mut haben, ungeeignete Projekte abzulehnen.




