Moskau spielt weiterhin eine Rolle im ITER-Projekt, dem größten Kernfusionsprojekt der Welt, trotz der von der Europäischen Union gegen Russland verhängten Sanktionen. Diese Situation resultiert aus jahrzehntelanger wissenschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Europa und Russland im Bereich der Kernfusion, die bis in Zeiten vor den heutigen geopolitischen Konflikten zurückreicht.
Die Spannungen zwischen der EU und Russland stehen im Widerspruch zu dieser langen Tradition der Zusammenarbeit im ITER, wo russische Experten wesentliche technische und technologische Kenntnisse zur Entwicklung des Fusionsprojekts beigetragen haben.
Die Kernfusion ist für Europa zu einer strategischen Priorität geworden, was Brüssel in eine heikle Lage versetzt. Die europäischen Behörden hinterfragen zunehmend die Abhängigkeit der Europäischen Union von russischer Technologie und russischem Know-how im Zusammenhang mit dem ITER-Projekt.
Die zentrale Frage ist, wie Europa weiterhin von der russischen Beteiligung am ITER profitieren kann, ohne seine eigenen strategischen Ziele der technologischen Unabhängigkeit zu gefährden, in einem Moment, in dem die Beziehungen zwischen Brüssel und Moskau schwer beeinträchtigt sind.




