Die Feiras Novas sind ein traditionelles Wallfahrtsfest in Ponte de Lima, das trotz einiger Veränderungen im Laufe der Jahre – die Stände haben den Platz gewechselt, das Produktangebot hat sich gewandelt und die Zahl der Besucher ist gestiegen – sein Wesen in den Praktiken der Feirantes bewahrt hat: kaufen, feilschen und nach Neuheiten suchen. Die Kleinstadt verwandelt sich während der Festtage vollständig.
Conceição Rego, geboren in Chafé, nimmt seit etwa 50 Jahren am Wallfahrtsfest teil, zunächst an der Seite ihrer Mutter und heute mit ihrem eigenen Süßwarenstand. Sie erinnert sich daran, dass sie damals auf dem Boden saß und die Ware in Körben verkaufte. Ihr Ehemann Francisco Rego, 70 Jahre alt, setzt ebenfalls die Tradition fort, widmet sich jedoch dem Verkauf von Konzertinas und Trommeln. Für das Paar sind die Feiras Novas ein Fest des Volkes, daher ist es wesentlich, dabei zu sein.
Marlene Fernandes aus Barcelos verkauft seit fast zwei Jahrzehnten in Ponte de Lima und beobachtet, dass während der Festlichkeiten die Kunden mit besserer Laune und mehr Kaufbereitschaft kommen, was dazu führt, dass die Verkäufe besser laufen als auf normalen Märkten. Sie arbeitet Tag und Nacht, schläft im Transporter und erkennt an, dass die Identität des Marktes erhalten bleibt: „Früher verkaufte man mehr, aber dieser Markt bleibt gleich".
Manuel Peixoto, ein 62-jähriger Händler ebenfalls aus Barcelos, hat das Wachstum des Marktes miterlebt und ist der Ansicht, dass die Verkäufer weiterhin ein wesentlicher Teil des Wallfahrtsfestes sind. In der Alameda de S. João, an der Brücke, sieht er Tausende von Menschen vorbeiziehen und eine besondere Nachfrage nach traditionellen Produkten, vor allem bei jenen, die von auswärts zurückkehren. Er erkennt an, dass sich die Art des Einkaufens verändert hat, aber die Tradition, zum Markt zu kommen, bleibt bestehen.




