Ein Gesetzentwurf, der in Portugal vorgelegt wurde, beabsichtigt, die Praxis des sogenannten "Meter einer cunha" zu kriminalisieren, die darin besteht, Kontakte und persönliche Beziehungen zu nutzen, um illegitime Vorteile oder Vorzugsbehandlung zu erlangen. Der Entwurf sieht Haftstrafen von bis zu drei Jahren für diejenigen vor, die auf diese Art von unzulässigem Einfluss zurückgreifen.
Der Gesetzestext geht von der Annahme aus, dass, obwohl Bestechungsfälle in Portugal relativ selten sind, die "cunha" eine tief in der portugiesischen Gesellschaft verwurzelte Praxis ist und in verschiedenen Alltagskontexten als normal angesehen wird.
Die Befürworter des Entwurfs argumentieren, dass diese Form des Vetternwesens erhebliche Ungleichheiten zwischen den Bürgern schafft, da diejenigen, die über Kontakte und Beziehungsnetzwerke verfügen, Zugang zu Möglichkeiten und Dienstleistungen haben, die jenen verwehrt bleiben, die nicht über dieselben Verbindungen verfügen.
Die Initiative steht im Rahmen eines breiteren Bemühens, die Transparenz und die Chancengleichheit in dem Land zu stärken. Es soll erreicht werden, dass die "cunha" aus dem Bereich des gesellschaftlich Normalen herausgenommen und als strafrechtlich verfolgbare Praxis betrachtet wird.



