Das Gericht von Tavira ordnete die sofortige und dauerhafte Schließung des Steinbruchs „Cerro do Meio" an, der von der Firma Miner Blanc, Lda. in der Gemeindevereinigung Luz de Tavira und Santo Estêvão, in derselben Gemeinde, betrieben wurde. Die Entscheidung erging im Anschluss an ein besonderes Klageverfahren zum Persönlichkeitsschutz, das von einer Gruppe von Anwohnern eingereicht wurde und die vollständige Schließung der Steinbruchtätigkeit forderte.
Der Abbau war seit 2013 ausgesetzt und wurde 2025 von Miner Blanc wieder aufgenommen. Der Neustart der Tätigkeit unterlag verschiedenen Auflagen, darunter die Bewässerung der Erdwege, die Verwendung nur einer Brechanlage und der gelegentliche Einsatz von Sprengstoff nur mit vorheriger Genehmigung. Nach Angaben des Gerichts wurden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, und es sei nicht möglich, das Recht der Anwohner auf Ruhe mit dem Recht des Unternehmens auf private Initiative in Einklang zu bringen.
Das Gericht war der Ansicht, dass die Tätigkeit des Steinbruchs die Persönlichkeitsrechte der Anwohner schwer verletzte, insbesondere das Recht auf Gesundheit, Ruhe und eine menschliche, gesunde und ökologisch ausgewogene Lebensumgebung. Das Urteil verurteilte das Unternehmen auch zur Zahlung von 2.000 Euro für jeden Tag der Nichtbefolgung. Das Gericht stellte außerdem fest, dass Vibrationen und Erdbewegungen eine für die Wasserversorgung im Sotavento algarvio wichtige Leitung beschädigen können.
Unter den betroffenen Anwohnern befand sich José Macário Correia, ehemaliger Bürgermeister von Tavira und Faro, der die Entscheidung mit Zufriedenheit aufnahm. Nach Macário Correias Angaben lebten 25 Familien in ständiger Angst wegen des Lärms und des Staubes, waren gezwungen, die Fenster geschlossen zu halten, und mussten hohe Staubbelastungen in Häusern, an Bäumen und im Außenbereich hinnehmen. Der Anwohner kritisierte auch die Haltung des Unternehmens und bezeichnete sie als „tiefgreifend aggressiv" und ohne jeglichen Respekt vor den Gerichten und den Menschen, die in der Gegend lebten. Das Unternehmen wurde nicht um eine Stellungnahme gebeten.




