Zwei Beamte der PSP von Olhão, Jorge Sousa und Pedro Barbosa, begannen am Dienstag am Gericht von Faro vor Gericht gestellt zu werden. Sie sehen sich Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft wegen zwei Verbrechen der schweren Entführung und eines Verbrechens des qualifizierten Totschlags gegenüber. Die Ereignisse gehen auf März 2024 zurück, als die Polizisten zwei marokkanische Einwanderer in einem Streifenwagen außerhalb der Stadt mitgenommen und einen von ihnen, Aissa Ait Aissa, brutal zusammengeschlagen haben sollen. Dieser starb etwa 20 Tage später im Krankenhaus von Faro.
Die GNR schloss von Anfang an die Möglichkeit eines Überfahrens aus. Experten der Abteilung für die Untersuchung von Verkehrsunfällen erklärten vor Gericht, dass die beiden am Tatort gefundenen Blutspuren, die etwa sieben Meter voneinander entfernt waren, nicht mit der Dynamik eines Überfahrens vereinbar seien, sondern auf ein früheres vorsätzliches Geschehen hindeuteten. Die Situation wurde der Polizeibehörde mitgeteilt, die jedoch der Meinung war, dass keine ausreichenden Anhaltspunkte vorlagen, um sich zu diesem Zeitpunkt zum Tatort zu begeben. Die Untersuchung begann erst zwei Monate nach den Ereignissen.
Die Angeklagten bestritten jede Verantwortung und erklärten, dass die Männer „friedlich" und „ruhig" gewesen seien. Ihrer Version nach beschlossen sie nach einem zweiten Vorfall in Supermärkten der Stadt, sie mit deren Einverständnis nach Hause zu bringen, um sie aus der Konfliktzone zu entfernen. Die Polizisten erklärten, dass die Einwanderer aus Selbstschutz gefesselt waren und sie sie an einem Ort namens „caminho da sucata" in Pechão abgesetzt hätten, bewusstlos und anscheinend betrunken oder unter Drogeneinfluss.
Die Staatsanwaltschaft war der Ansicht, dass die Beamten „frei und bewusst" gehandelt und „schweren Missbrauch" ihrer Autorität begangen hätten. Der Anklage zufolge schlugen die Angeklagten, als sich Aissa Ait Aissa außerhalb des Fahrzeugs befand, koordiniert mehrmals auf den Kopf und das Gesicht des Opfers ein, mindestens einmal mit einem Gegenstand, was eine Eindellung des Schädels verursachte. Die Todesursache war eine Gehirnprellung mit Subarachnoidalblutung und refraktärem Hirnödem.




