Neun portugiesische nichtstaatliche Umweltorganisationen (ONGA) haben die dringende Einrichtung des Naturschutzgebiets Lagoa dos Salgados an der Algarve gefordert und auf die Notwendigkeit einer integrierten Bewirtschaftung dieser Feuchtzone hingewiesen. Der Aufruf folgt Berichten über jüngste Fisch-, Vogel- und Krabbensterben in der Ribeira de Alcantarilha, verursacht durch Botulismus-Episoden aufgrund hoher Temperaturen und niedriger Wasserstände. Die unterzeichnenden Organisationen betonen, dass diese Probleme nicht weiterhin als isolierte Angelegenheiten behandelt werden können.
Der Vorschlag zur Einrichtung des Naturschutzgebiets, das mehr als 400 Hektar in der Gemeinde Silves umfasst, befand sich zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 in einem öffentlichen Beteiligungsverfahren und erhielt mehr als 800 Stellungnahmen. Fast vier Jahre später wurde das Naturschutzgebiet jedoch noch nicht eingerichtet. Das vorgeschlagene Schutzgebiet umfasst die Lagoa dos Salgados, die Ribeira de Alcantarilha, das Salzmarschgebiet von Pêra-Alcantarilha und die Ribeira de Espiche.
Das betreffende Gebiet beherbergt 12 Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse, darunter zwei prioritäre Lebensraumtypen wie Küstenlagunen, sowie 13 Pflanzenarten der FFH-Richtlinie, wie die Linaria algarviana, bekannt als "Algarve-Täubchen". Zu den gefährdeten Tierarten vor Ort gehören die Moorente, der Flamingo, der Monarchfalter, die Streifen-Klappbrustschildkröte und die Türkische Gecko.
Die unterzeichnenden Organisationen – A Rocha, Almargem, WWF Portugal, Associação Vita Nativa, Liga para a Protecção da Natureza, Quercus, Sociedade Portuguesa de Botânica, Sociedade Portuguesa para o Estudo das Aves und ZERO – setzen sich dafür ein, dass die Ausweisung als Naturschutzgebiet eine Prävention, ein Monitoring und eine Bewirtschaftung des Systems als Ganzes ermöglichen würde. Neben der Einrichtung des Schutzgebiets fordern sie die Umsetzung eines integrierten Bewirtschaftungsmodells, ein regelmäßiges Monitoring der Wasserstände und -qualität sowie Maßnahmen zur Prävention bei Dürre und extremen Temperaturen.




