Die neue pro-europäische Regierung Ungarns kündigte am Dienstag die Ausweisung von 10 russischen Diplomaten wegen „inakzeptabler Aktivitäten" an. Die Entscheidung markiert eine bedeutende Veränderung in der Haltung Budapests gegenüber Moskau und erfolgt im Zuge der Annäherung des Landes an seine Partner in der Europäischen Union.
Die Maßnahme wurde nach der Feststellung ergriffen, dass die russischen Diplomaten Aktivitäten durchführten, die gegen die Wiener Konvention verstoßen, die die internationalen diplomatischen Beziehungen regelt. Das ungarische Außenministerium teilte mit, dass die 10 Mitglieder der russischen Vertretung das Land verlassen müssen.
Die Veränderung der ungarischen Außenpolitik steht in direktem Zusammenhang mit dem Regierungswechsel im Land. Unter der Führung des Nationalisten Viktor Orbán hielt Ungarn jahrelang pro-russische Positionen aufrecht. Nach seiner Niederlage bei den Wahlen im April wurde Orbán jedoch durch Péter Magyar als Ministerpräsident ersetzt, der seitdem die Bindungen zu den europäischen Partnern vertieft.
Als Reaktion auf die Ausweisung kündigte Russland eine „harte und schmerzhafte" Reaktion auf die Entscheidung der ungarischen Regierung an und signalisierte damit eine Eskalation der diplomatischen Spannungen zwischen den beiden Ländern.




