Im Herzen von Vila Franca de Xira existierte das Cine-Teatro, ein imposanter Saal mit 736 Plätzen, der im Zentrum der Stadt erbaut wurde. Eine 1950 im Zeitung "Vida Ribatejana" veröffentlichte Fotografie zeigte das Gebäude im modernistischen Stil, dominiert von einem Turm mit den weithin sichtbaren Buchstaben "Cine-Teatro". Der Raum war auch mit der Estalagem da Lezíria verbunden und fungierte gleichzeitig als Kino, Theater und Treffpunkt der Gemeinde von Vila Franca.
Im Laufe der Jahrzehnte beherbergte das Cine-Teatro zahlreiche kulturelle Aktivitäten. Im Mai 1950 wurde das Stück "Vida Sem Luz" aufgeführt, und kurz darauf präsentierte die Grupo Dramático Lisbonense "Der Bär" von Anton Tschechow, eine Initiative im Zusammenhang mit Manuela Porto und Fernando Lopes-Graça. Im November desselben Jahres feierte Alves da Cunha dort mit "O Dr. Juiz" die Premiere seiner Gesellschaft. 1965 feierte der Ateneu Artístico Vilafranquense seinen 74. Geburtstag mit einer Gala. 1970 nahm das Programm ZiP-Xira mit der Beteiligung von Jacinto Ramos, Guida Maria und António Mota Redol einen oppositionellen Charakter gegenüber der Diktatur an, wobei die PIDE eine dritte Vorstellung verbot und Materialien beschlagnahmte.
Jahrzehntelang war das Cine-Teatro ein zentraler Treffpunkt für die Stadt, wo Generationen dieselbe Vorstellung teilten. Ein Besuch im Cine-Teatro begann schon vor dem Betreten des Gebäudes, mit dem Weg in die Innenstadt, den Begegnungen vor der Tür und der Erwartung eines besonderen Abends, in einer Zeit, in der das Unterhaltungsangebot sehr begrenzt war.
Anfang der 1990er Jahre wurde das Cine-Teatro abgerissen. 1993 entstand an gleicher Stelle das Vila Franca Centro, ein Einkaufszentrum, das im November 1994 mit Geschäften, Restaurants, Bowling und zwei Kinosälen eröffnet wurde. Die Transformation stellte eine




