Der israelische Präsident Isaac Herzog erklärte am Dienstag, den 8. September, dass das Vereinigte Königreich "auf der falschen Seite der Geschichte" stehen wird, wenn es Sanktionen gegen die israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland verhängt. In einer Rede in Jerusalem erklärte Herzog, dass die Umsetzung solcher Maßnahmen einen "schweren Kalkulationsfehler" darstellen würde, und forderte statt Sanktionen und Boykotten den Dialog.
Wenige Stunden nach Herzogs Äußerungen kündigte das Vereinigte Königreich neue Sanktionen gegen die Siedlungen im Westjordanland an. Der britische Außenminister Ed Miliband sollte die Maßnahmen bekannt geben, die gezielt auf die Ausweitung der Siedlungen abzielen, jedoch keinen Boykott aller israelischen Produkte darstellen. Mehrere britische Medien berichteten, dass London die Einfuhr von in den Siedlungen hergestellten Produkten verbieten würde.
Herzog erklärte außerdem, dass die Ankündigung dieser Maßnahmen Wochen vor den israelischen Parlamentswahlen eine "offensichtliche Einmischung in die demokratischen Wahlen einer souveränen Nation" darstelle. Der israelische Präsident erklärte, dass die Sanktionen niemandem nützen und die Palästinenser schädigen würden, indem sie ihnen wirtschaftliche Möglichkeiten entziehen.
Die britischen Maßnahmen kommen in einem Kontext wachsender Empörung in westlichen Ländern über die Beschleunigung des Siedlungsbaus im Westjordanland, einem von Israel seit 1967 besetzten Gebiet. Die Gewalt in der Region hat seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 zugenommen. Im Westjordanland leben etwa drei Millionen Palästinenser zusammen mit über 500.000 Israelis, die in den Siedlungen wohnen, die von der UNO und der internationalen Gemeinschaft als illegal angesehen werden.




