Die Banco de Portugal warnte, dass die Zahl der Betrügereien mit Bankkarten und elektronischen Zahlungen zwar zurückgegangen ist, die Schäden pro Opfer jedoch während des ersten Halbjahres 2024 erheblich gestiegen sind. Laut dem vom Regulierungsbehörde veröffentlichten Bericht über Zahlungssysteme stiegen die von Kriminellen entwendeten Beträge, was darauf hindeutet, dass die Betrügereien raffinierter und effektiver geworden sind. Insgesamt verursachten Betrügereien im Zusammenhang mit Karten und Banküberweisungen Schäden von nahezu neun Millionen Euro in nur sechs Monaten.
Die Betrüger greifen häufig auf gefälschte Nachrichten zurück, die per SMS oder über Messaging-Apps versendet werden, sowie auf Anzeigen in sozialen Netzwerken, die Beschäftigungsmöglichkeiten, rentable Investitionen oder schnelle Gewinne versprechen. Viele Opfer werden davon überzeugt, eine erste Zahlung zu leisten, in der Erwartung, eine höhere Rückerstattung zu erhalten, und verlieren letztendlich Geld, das auf von den Kriminellen kontrollierte Konten überwiesen wird. Das als „Hallo Papa, Hallo Mama" bekannte Schema, bei dem sich die Betrüger als Familienangehörige in dringenden Situationen ausgeben, gehört nach wie vor zu den häufigsten.
Transaktionen, die außerhalb der Europäischen Union durchgeführt werden, weisen ein wesentlich höheres Risikoniveau auf als Transaktionen im Inland. Der Bericht zeigt, dass die Mehrheit der Fälle mit der unrechtmäßigen Beschaffung der Kartendaten des Karteninhabers zusammenhängt, wobei ein weiterer relevanter Teil der Betrügereien aus der Änderung der Zahlungsanweisungen an nicht vorgesehene Empfänger resultiert.
Die Banco de Portugal empfiehlt, dass Karteninhaber bei verdächtigen Aktivitäten unverzüglich ihr Geldinstitut kontaktieren und Anzeige bei den zuständigen Behörden wie der Polícia Judiciária erstatten. Die Verwendung von Mechanismen zur verstärkten Authentifizierung, wie Codes auf dem Mobiltelefon oder biometrische Erkennung, bleibt eine der wirksamsten Methoden zum Schutz vor diesen Betrügereien.




