Japan gab am Dienstag, 8. September, bekannt, dass es die Auswirkungen der von China auf die Einfuhren von Dichlorsilan aus dem Archipel eingeführten Antidumpingzölle bewertet. Diese chemische Verbindung ist für die Herstellung von Halbleitern unerlässlich und wird in Dünnfilm-Abscheidungsprozessen bei der Produktion integrierter Schaltungen verwendet. Der Sprecher der japanischen Regierung, Minoru Kihara, erklärte, dass Japan die Situation genau beobachten und die Auswirkungen gemeinsam mit den betroffenen japanischen Unternehmen detailliert bewerten werde.
Die chinesischen provisorischen Zölle, die vom chinesischen Handelsministerium angekündigt wurden und ab heute in Kraft treten, können bis zu 99,2 % erreichen. China kam zu dem Schluss, dass japanische Unternehmen Dumping praktiziert haben, indem sie unter dem Produktionspreis verkauften, was die chinesische Wirtschaft geschädigt haben soll. Laut vorläufigen Daten stieg zwischen 2022 und 2024 das aus Japan importierte Volumen von Dichlorsilan insgesamt an, während die Preise um 31 % sanken.
Kihara betonte, dass die ausschließlich gegen Japan gerichteten Kontrollen diskriminierend seien, weshalb Tokio einen energischen Protest einlegte und die Aufhebung der Maßnahme forderte. Japan erklärte außerdem, dass es mit den betroffenen Unternehmen zusammenarbeiten werde, um angemessen auf die Beschränkungen zu reagieren, während es gleichzeitig die Zusammenarbeit mit Ländern ähnlicher Positionen stärkt, beginnend mit den Mitgliedern der G7-Gruppe.
Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund wachsender bilateraler Spannungen, nachdem die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi Ende 2025 erklärte, dass ein möglicher chinesischer Angriff auf Taiwan die Existenz Japans bedrohen und einen Einsatz der japanischen Selbstverteidigungskräfte rechtfertigen könnte.




