Der Autor dieses offenen Briefes wendet sich direkt an die Jugend seines Landes und Europas und drückt seine Besorgnis über das aus, was er als Wiederholung eines historischen Skripts ansieht, das bereits erlebt wurde. Der Text erkennt die berechtigten Frustrationen der Jugend an, einschließlich der Schwierigkeiten beim Zugang zu Wohnraum, unzureichender Löhne und der Wahrnehmung, dass traditionelle Institutionen nicht mehr auf ihre Bedürfnisse reagieren. Der Autor warnt jedoch, dass diese Wut, obwohl verständlich, in die falsche Richtung gelenkt wird.
Der Artikel warnt davor, dass die Rechtsextremismus Expertin darin ist, den echten Schmerz der Menschen in ein Massenkonsumprodukt zu verwandeln, das einfache Antworten auf komplexe Probleme bietet. Der Autor ruft zur Analyse der Geschichte auf und erinnert daran, dass keine autoritäre oder extremistische Bewegung an die Macht kam, indem sie versprach, das Leben der Menschen zu zerstören. Alle versprachen, das Vaterland zu retten und das Volk vor eingebildeten Feinden zu schützen. Der Autor argumentiert, dass die Jugend, wenn sie sich von der Sprache des Hasses und der Ausgrenzung verführen lässt, ihre Zukunft denen übergibt, die nicht zögern werden, ihre Stimme zum Schweigen zu bringen.
Der Text richtet sich speziell an die Kinder und Enkel Ostdeutschlands und bezieht sich auf den Erfolg radikaler Kräfte wie der Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen. Der Autor betont die schmerzhafte Ironie dieser Situation und erinnert daran, dass die Bevölkerung der ehemaligen DDR jahrzehntelang unter der Erstickung eines kommunistischen Regimes lebte, das ihr das Wort, die Wahl und die Würde der Freiheit vorenthielt. Nach dem Fall der Berliner Mauer feierte die Welt den Triumph der Demokratie.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Illusion, dass die Antwort auf das Versagen der Gegenwart darin besteht, die Sprache der Diskriminierung, des übersteigerten Nationalismus und des historischen Revisionismus zu übernehmen, einen tragischen Fehler darstellt. Er vertritt die Ansicht, dass die Demokratie unvollkommen, langsam und oft enttäuschend ist, aber dass die Antwort auf die Entmutigung niemals die Hingabe an diejenigen sein kann, die den Raum, in dem Freiheit existiert, abbauen wollen.




