Der Artikel von Luís Rita untersucht das zentrale Paradoxon der künstlichen Intelligenz-Revolution: Die biologischen neuronalen Netzwerke des Menschen haben über Milliarden Jahre Evolution künstliche neuronale Netzwerke geschaffen, deren Ergebnisse nun beginnen, die Umgebung zu verändern, die die menschliche Evolution selbst formen wird. Das menschliche Gehirn verfügt über etwa 86 Milliarden Neuronen, während Modelle wie DeepSeek-V3 671 Milliarden Parameter besitzen, obwohl ein künstlicher Parameter nicht direkt einem biologischen Neuron oder einer Synapse entspricht, die sich mit der Zeit verändern und von elektrischer, chemischer Aktivität und Neuromodulatoren abhängen.
Beim Energievergleich arbeitet das Gehirn mit nur etwa 20 Watt und erhält gleichzeitig Wahrnehmung, Gedächtnis, Sprache, Motorik und Bewusstsein aufrecht. Das Training von Llama 3.1 mit 405 Milliarden Parametern soll etwa 21,6 Gigawattstunden verbraucht haben, eine Energiemenge, die dem Betrieb eines 20-Watt-Gehirns für mehr als 120.000 Jahre entspricht. Nach dem Training verbraucht jede Abfrage an ein Frontier-Modell etwa 0,34 Wattstunden, ungefähr die Energie, die das Gehirn während einer Minute verbraucht, obwohl das Gehirn gleichzeitig Gleichgewicht, Temperatur, Emotionen und Signale aller Organe verarbeitet.
Es gibt bereits begrenzte Zyklen der Selbstoptimierung in künstlichen Netzwerken wie AlphaEvolve und SIMA 2, die Programme generieren, automatisch bewerten und die Erfahrung nutzen, um nachfolgende Versionen zu trainieren. Die UNESCO hat im November 2025 den ersten globalen normativen Rahmen für die Ethik der Neurotechnologie verabschiedet, und Portugal hat im Januar 2026 eine Nationale KI-Agenda mit 32 Initiativen und mehr als 400 Millionen Euro bis 2030 genehmigt. Hirn-Computer-Schnittstellen haben querschnittsgelähmten Patienten bereits ermöglicht, wieder zu gehen, und Neuralink hat dem Bereich öffentliche Sichtbarkeit verliehen, obwohl die am besten gesicherten klinischen Belege einem breiteren wissenschaftlichen Feld angehören.
Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass die entscheidende Frage möglicherweise nicht mehr lautet, ob Maschinen menschlich werden, sondern ob Menschen ausschließlich biologisch bleiben werden. Luís Rita vertritt die Ansicht, dass langfristig die schrittweise Integration zwischen biologischer und synthetischer Intelligenz die einzige Strategie sein könnte, um eine dauerhafte Trennung zu vermeiden, warnt jedoch, dass das Gehirn keine Abonnement-Plattform werden darf, was offene Normen, Interoperabilität, Portabilität neuronaler Daten und ein Verbot kommerzieller Sperren erfordert.




