Jürgen Sócrates hat Strafanzeige gegen den Staatsanwalt Rosário Teixeira erstattet, einen Richter der Staatsanwaltschaft, der die Ermittlungen zur Operation Marquês leitete. Die Strafanzeige, die bei der Generalstaatsanwaltschaft in Lissabon eingegangen ist, wirft dem Richter die fortgesetzte Begehung von Straftaten wie Rechtsverweigerung, Amtsmissbrauch und Urkundenfälschung bei der Ausübung seiner Amtstätigkeit vor und eröffnet eine neue Front der Auseinandersetzung zwischen dem ehemaligen sozialistischen Regierungschef und dem für die Ermittlung verantwortlichen Beamten, die vor fast 12 Jahren zu seiner Untersuchungshaft führte.
Die Verteidigung von Sócrates behauptet, dass der Richter Tatsachen verschwiegen, Beweismittel manipuliert und Prozessakten verfälscht hat, um die Anklage zu stützen. Die Anzeige weist auf Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung der Vernehmungen, bei der selektiven Zusammenstellung von Telefonabhörungen und beim Zugang zu aus dem Ausland stammenden Bankdokumenten hin, sowie auf eine angebliche Verfälschung von Daten und Gerichtsentscheidungen, um die Aufrechterhaltung von Ermittlungsfristen zu rechtfertigen, die nach Ansicht der Verteidigung bereits abgelaufen waren.
Rosário Teixeira übernahm eine zentrale Rolle als Hauptfigur in der Untersuchung der Operation Marquês, eines Ermittlungsverfahrens, das in Anklagen wegen Bestechung, Steuerbetrug und Geldwäsche mündete. Der Richter, der jahrelang beim DCIAP tätig war, unterzeichnete die Entscheidungen, die Vermögensexekutionen, Kontensperrungen und die Verhaftung des ehemaligen Premierministers am Flughafen Lissabon im November 2014 anordneten. Während des gesamten Verfahrens vertrat er die These, dass es einen abgestimmten Plan gab, um die Espírito-Santo-Gruppe und die Lena-Gruppe zu begünstigen, im Austausch für rechtswidrige Vermögensleistungen, die auf Konten im Ausland gehalten wurden.
Nun ist es Sache der zuständigen Abteilung der Generalstaatsanwaltschaft, die Zulässigkeit der Anzeige zu prüfen und über die Eröffnung eines eigenständigen Ermittlungsverfahrens zur Untersuchung des Verhaltens des Richters zu entscheiden. Diese Anzeige fügt sich in eine lange Liste rechtlicher Initiativen ein, mit denen die Verteidigung versucht, die an der Verfahrensleitung beteiligten Justizakteure zur Verantwortung zu ziehen.




