Die Europäische Union hat die Verherrlichung von Kriegsverbrechern kritisiert, nachdem Tausende Menschen dem Begräbnis von Ratko Mladić, bekannt als der „Schlächter von Bosnien", beigewohnt hatten. Die Reaktion folgt auf die Bilder der Beisetzung des ehemaligen serbisch-bosnischen Militärkommandanten.
Ratko Mladić starb am 27. August im Krankenhaus des Haager Haftzentrums in den Niederlanden, wo er eine lebenslange Haftstrafe wegen Völkermordes verbüßte. Er war 84 Jahre alt. Der ehemalige Militärkommandant wurde vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt.
Mladić wurde am Montag, den 7. September, in Belgrad, der Hauptstadt Serbiens, beigesetzt. Die serbischen Behörden erlaubten ein Staatsbegräbnis mit militärischen Ehren, was internationale Empörung und Kritik seitens benachbarter Länder und Menschenrechtsorganisationen auslöste.
Serbien, obwohl kein Mitglied der EU, ist Kandidat für den Beitritt zum europäischen Block. Der Vorfall erschwert die Beziehungen zwischen Belgrad und Brüssel, in einem Moment, in dem der europäische Integrationsprozess Serbiens weiterhin langsam voranschreitet.



